Die althergebrachten Taschenwärmer, auch als Handwärmer bezeichnet, sind neben Wärmekissen und Wärmflaschen wieder modern geworden. Sie gehören wie die Wärmeflaschen ebenfalls zu den sogenannten Latentwärmespeichern und sind enorm praktisch in ihren Einsatzmöglichkeiten. Der Grund dafür liegt vorrangig in deren Formen und Größen. Taschenwärmer werden im Gegensatz zu Wärmflaschen hauptsächlich zum Aufwärmen und Warmhalten der Hände in Jacken- oder Manteltaschen verborgen und erleben insbesondere in den kalten Herbst- und Wintermonaten ihre Hochzeit.
Die verwendeten Taschenwärmer, welche beispielsweise als Einmal-Taschenwärmer angeboten werden, funktionieren auf einer Wärmefreisetzung über den Oxidationsvorgang von pulverförmigem Eisen. In diesem Zusammenhang können auch kleine Wärmekissen in die Taschen eingelegt werden.
Die Taschenwärmer entwickelten sich aus den früheren Taschenöfen, welche teilweise mit Benzin erwärmt wurden und den Wärmekugeln, die ebenfalls als Handwärmer mitgeführt werden konnten. Sie sind insbesondere bekannt aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Sie wurden aber als Vorläufer der Taschenwärmer bereits im Mittelalter und danach benutzt.
Taschenwärmer arbeiten nach einem ganz anderen Prinzip. Meist sind Taschenwärmer mit Natriumacetat-trihydrat und zerkleinerten Metallteilchen befüllt. Die besondere physikalische Eigenschaft des Natriumacetat-trihydrats besteht in dem Schmelzpunkt bei 58 Grad Celsius. Wird der Taschenwärmer in warmem Wasser erhitzt, dann wird das feste Natriumacetat-trihydrat flüssig. Durch die Betätigung des Metallknopfes im Mittelteil des Taschenwärmers entsteht eine Unterbrechung der Umwandlung in eine Flüssigkeit und das Natriumacetet-trihydrat wird wieder kristallin. Bemerkenswert ist hierbei, dass nicht wie beim Wärmekissen oder bei der Wärmflasche direkt Wärme erzeugt wird sondern dies erst über die Energiefreisetzung durch die chemischen Reaktionen erfolgt. Die Temperatur, welche dem Taschenwärmer über das Erwärmen im Wasserbad zugeführt wird, wird in der gleichen Konzentration wieder frei gegeben.
Aus diesem Grund kann ein Taschwärmer stetig aktiviert und wieder benutzt werden. Im Zuge der modernen Technik werden Taschenwärmer angeboten, welche auch höhere Temperaturen speichern und abgeben können. Sie sind unter der Bezeichnung Hochleistungs- Taschenwärmer bekannt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen und wieder aktivierbaren Taschenwärmern diesen Temperaturen bis etwa 89 Grad Celsius erreichbar.